Hier finden Sie alle von mir benutzten Fremdwörter
und weiterführende Theorie

 
 

Japanische Eigennamen

Bonsaistilformen

Wie Sie vielleicht schon festgestellt haben, lassen sich die meisten Bonsai nicht exakt klassifizieren, wenn der Züchter (ob gewollt oder nicht) oder die Natur sich nicht an die klassischen Vorgaben gehalten haben. Vielmehr werden Ihnen immer wieder Bäume begegnen, die die Merkmale mehrerer Stilarten in sich vereinen.
Einige davon habe ich hier mal zusammengetragen.

Zu den aufrechten Stilformen (TACHI-GI) zählen:

MOYOGI

frei aufrechter Stamm

Moyogi

FUKINAGASHI

windgepeitschte Stilform

Fukinagashi

BUNJIN

abstrakter oder sehr freier Stil

Bunjin

CHOKKAN

streng aufrechter Stamm

Chokkan

SHAKAN

  • SHO-SHAKAN

  • CHU-SHAKAN

  • DAI-SHAKAN

geneigter oder gelehnter Stil

sehr wenig geneigt
mäßig geneigt
extrem geneigt

Shakan

Zu den waagerechten oder hängenden Stilformen zählen:

KENGAI

  • HAN-KENGAI

  • DAI-KENGAI

  • GAITO-KENGAI

  • TAKI-KENGAI

  • TAKAN-KENGAI

normale Kaskadenform

 

Halbkaskade
extreme Kaskade
gewölbte Kaskade

Wasserfallkaskade

mehrstämmige Kaskade

 

Kengai

Unterteilung nach Anzahl der Stämme:

SOKAN

Doppelstamm

Sokan

KABUDACHI

Mehrfachstamm

Kabudachi

YOSE-UYE

Gruppen - oder Waldpflanzung

Yose-Uye

Unterteilung nach der Form der Krone:

HOKI-ZUKURI

Besenform

Hoki-Zukuri

SHIDARE-ZUKURI

Trauerweidenform

Shidare-Zukuri
 

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Astbezeichnungen und Aststellung (Gestaltungsgrundsätze)

Hier soll einmal die grundsätzliche Stellung der einzelnen Äste an einem Bonsai dargestellt sein. Wie Sie sicher ahnen, kann man eine solche Astverteilung jedoch nur als blanke Theorie bezeichnen. Zum einen lässt sich dieses Beispiel eigentlich nur auf einen streng aufrechten Baum übertragen, zweitens finden Sie nur selten Material an dem man Äste entfernt und trotzdem noch die im Bild gezeigten übrig bleiben. Des weiteren wird diese Anordnung von vielen bereits als zu regelmäßig und somit nicht als schön empfunden.
Sie sehen also, "Stilbrüche" sind erlaubt, wenn nicht sogar erwünscht, wenn man dennoch gewisse Grundregeln beachtet:

  • Die Hauptwurzeln sollten sich über der Erdoberfläche befinden und die selbe Rindenfärbung - und struktur aufweisen (kommt im Lauf der Zeit). Die nach vorn gerichteten Wurzeln dürfen nicht länger sein als die Seitlichen.

  • Der Stamm verjüngt sich vom Ansatz bis zur Spitze relativ gleichmäßig.

  • Für welche Stilform Sie sich auch entschieden haben, es gibt immer nur eine primäre Spitze.

  • Die Anordnung der Äste soll den Verlauf des Stammes unterstreichen und ihm nicht entgegenwirken. Die Hauptäste sollten nach Möglichkeit nicht an den Innenseiten einer Stammbiegung beginnen (eventuell mit starker Drahtung korrigieren).

  • Die Astlänge, deren Stärke und der Abstand zueinander nimmt im Allgemeinen zur Spitze hin ab.

  • Die Baumspitze sollte sich zum Betrachter hin "verneigen". Und kein Ast zeigt direkt auf das Auge des Betrachters.

 

1. ICHI-NO-EDA (Ast Nr. 1)

erster oder unterster Ast links oder rechts ansetzend, zeigt nie nach vorn oder hinten und ist der stärkste und längste Ast des Baumes

Idealisierte Aststellung am Bonsai

2. USHIRO-EDA (Ast Nr. 2 oder 6)

erster Ast der Rückseite der dem Baum die optische Tiefe verleiht, folgt im allgem. nach dem ersten Ast und zeigt nie direkt nach hinten, er selbst sollte von vorn zu sehen sein (links oder rechts)

3. NI-NO-EDA (Ast Nr. 3 oder 7,10, 11, 15 aber länger)

zweiter Seitenast, sollte gegenüber dem Ersten liegen, auf einen anderen Ast kann ausgewichen werden, auf jeden Fall höher entspringend und etwas kürzer als der Erste 

4. SAN-NO-EDA (Ast Nr. 5 oder 9,13)

dritter Seitenast, wenn möglich gegenüber dem Zweiten, wiederum höhenversetzt und kürzer

5. MAE-EDA (Ast Nr. 4 oder 8)

Ast auf der Vorderseite, sollte sich nicht in Augenhöhe befinden und nie direkt nach vorn zeigen, setzt meist erst im oberen Drittel des Baumes an

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Bonsai - Größen (gemessen ab Erdoberfläche)

OMONO BONSAI

Großer Bonsai bis etwa 130 cm

CHUMONO BONSAI

Mittlerer Bonsai bis circa 90 cm

KATADE-MOCHE BONSAI

Bonsai für eine Hand mit 40 bis 45 cm

KOMONO BONSAI

Kleiner Bonsai von bis zu 15 bis 20 cm Höhe

MAME BONSAI

Miniaturbonsai mit einer Höhe von max. 15 cm

 

Alterungstechniken

JIN

abgeschälter, toter und gebleichter Ast

SHARI

abgeschälte und gebleichte Stammbereiche

SABAMIKI

ausgehöhlter Stamm
   

   

Biologische Begriffe

     MYKORRHIZA

weißliches Pilzgeflecht im Wurzelballen, eigentlich ein parasitärer Organismus,

der sich aber mit den Bäumen arrangiert und beide ihren Nutzen daraus ziehen

     WURZELFÄULE

Absterben der Wurzeln durch mangelnde Belüftung und zu hohe Feuchtigkeit bzw. Nässe, hervorgerufen durch Pilzbefall (nicht Mykorrhiza)